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18.05.2022

Gewerkeübergreifende Digitale Baumappe

Die Zukunftsinitiative Handwerk 2025 hat innerhalb einer Digitalen Werkstatt eine digitale Baumappe mit mehreren Unternehmen aus verschiedenen Gewerken zusammen erstellt – auch der Innungsfachbetrieb Bergmann Elektrotechnik GmbH aus Stuttgart nahm daran teil.

Tilo Bergmann nahm an der digitalen Werkstatt teil.

Bild: Bergmann

Digitale Baumappe als Grundlage für die Zusammenarbeit und Dokumentation
Die Abstimmung der an einer Baustelle beteiligten Gewerke ist seit jeher eine Herausforderung. Am Bau verläuft vieles auf Zuruf, wird hastig auf Papier gekritzelt oder per Messenger verschickt. Oftmals entsteht dabei Chaos, wichtige Informationen gehen unter oder verloren. Ziel der Digitalisierungs-Werkstatt „Die digitale Baumappe als Grundlage für Zusammenarbeit und Dokumentation“ der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 ist, alle Beteiligten (Mitarbeiter, Büros, Chefs, Kunden, Partner, …) miteinander zu vernetzen, alle wichtigen betrieblichen Informationen eines Bauprojekts in einer gemeinsamen digitalen Baumappe zu sammeln und verfügbar zu halten. Die Mappe soll revisionssicher sein und die Möglichkeit bieten, Berichte zu erzeugen.

Die BWHM GmbH als Projektträger startete mit sechs Betrieben unterschiedlicher Gewerke, die mehr als drei Mitarbeiter haben, in dieses Projekt. In den teilnehmenden Betrieben wurden Voraussetzungen für die Einführung einer digitalen Baumappe geschaffen. Dafür wurden die Unternehmen von sechs Beratern, die sich mit ihren unterschiedlichen Fachkompetenzen einbrachten, begleitet. Für den unternehmensübergreifenden Austausch fanden zudem Workshops statt.

Innungsbetrieb Bergmann bei Digitaler Baumappe dabei
Der Stuttgarter Innungsbetrieb Bergmann Elektrotechnik GmbH nahm am Workshop zur digitalen Baumappe teil. Elektro-inform interviewte Geschäftsführer Tilo Bergmann über seine Motivation, sich mit der Digitalen Baumappe zu beschäftigen:

Wie kam es zu Ihrer Teilnahme an diesem Projekt?

Wir haben bei Bergmann schon lange einen Messenger im Einsatz. Die Informationen, die darüber kommen, sind allerdings verstreut, nicht archiviert und am Ende gehen die ab und zu einfach verloren oder werden übersehen. Da wollte ich als Chef raus - Eine klare Struktur, trotzdem einfach zu bedienen. Da wir als Baumappe schon das Tool „MemoMeister“ angeschaut haben und diese in Stuttgart sitzen, dachte ich, dies könnte etwas sein, um sich auch mit Kollegen dem Thema anzunähern.

Wie haben Sie die Digitalisierungswerkstatt erlebt?

Guter Austausch, kollegial. Spannend eben war, dass es weniger um technische Details ging, sondern mehr um meine Mitarbeiter, welche Tools, welche Anforderungen und Datenschutz ging. Natürlich habe ich mich intensiv dann auch damit beschäftigt, welche Mehrwerte mir mein Tool noch bringen kann, z.B. die 360 Grad-Bilder oder die Offline- Mappen, z.B. wenn man kein GPS-Empfang hat. Die Mappen waren meine Favoriten.

Welchen konkreten Nutzen sehen Sie in einer gewerkübergreifenden, digitalen Baumappe für E-Handwerksbetriebe?

Ich bekomme Pläne von anderen Gewerken und stelle Infos zur Netzplanung bereit. Zum Beispiel beim Kunden bei den Beleuchtungssituationen: Wie sehen die Leuchten aus, wie viele werden es? Für meine Mitarbeiter kann ich zudem Infos zusammenstellen, was zu tun ist. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit, dem Kunden eine Freigabe zu schicken, die anderen Kollegen über das Projekt zu informieren sowie die Abnahme zu dokumentieren. Somit ist die BGV Dokumentation inklusive Bericht in Sekunden erstellt, alles ohne, dass ich ein IT-Guru sein muss oder komplexe Anbindung an mein System habe. Für mich ist es die ideale Ergänzung meiner Handwerkersoftware. Und das gute ist: außer der Projektnummer brauch ich keine Daten.

Wie bzw. mit welchen digitalen Tools wollen Sie die digitale Baumappe betrieblich umsetzen?

Mit dem Tool MemoMeister. Ich hab mir viele Tools angeschaut. Ich will weg vom Messenger. Der ist toll für kurze Nachrichten wie: „Komm später“ oder „Bring mir ein Leberkäswecken mit vom Metzger". Allerdings nicht für Projektdokumentation. DMS Systeme sind zu groß, zu langsam und nicht für den mobilen Einsatz ausgelegt.

Haben Sie schon konkrete Projekte, in denen die digitale Baumappe zum Einsatz kommen könnte?

Klar, große Sanierungsmaßnahmen mit vielen Räumen: Jetzt weiß ich wann, wer, was, wo gemacht hat und wo noch etwas offen ist. Und der Kunde kann in der Baubesprechung den Bericht dazu tagesaktuell anschauen. Somit gibt es keine Rückfragen mehr und eine höhere Qualität in der Ausführung. Meine Mitarbeiter machen beispielsweise ein Bild von dem verkabelten Unterverteiler: Seitdem sie wissen, dass dies zum Kunden weitergeleitet wird, sehen die Unterverteiler noch viel besser aus (auch unter der Abdeckung).

Leitfaden zur Digitalen Baumappe
Aus den Workshops entstand ein interessanter Leitfaden, der im Mitgliederbereich der FV-Homepage unter Formulare & Merkblätter > Betriebswirtschaft > Digitale Baumappe heruntergeladen werden kann.

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